Klettersteig Alpspitze
Ursprünglich war der Aufstieg über das Höllental auf die Zugspitze geplant. Allerdings werden die Bedingungen auf dem Höllentalferner jedes Jahr immer kritischer. Der Gletscher ist nicht mehr mit einer Schneedecke überzogen, sondern besteht in der Aufstiegsroute nur noch aus Blankeis. Für die Begehung benötigt man richtige Steigeisen. Grödeln reichen nicht mehr aus. Hinzukommt die erhöhte Steinschlaggefahr nach einem Felsausbruch oberhalb des Gletschers. Alleine würde ich es mir zutrauen, aber zu viert? Das Risiko ist mir zu hoch, ein Plan B muss her. Wie wäre es mit dem Klettersteig auf die Alpspitze? Ich bin den Klettersteig schon ein paar Mal gegangen, die anderen kennen ihn nicht. Also Alpspitz Ferrata! Morgens mit der ersten Bahn kurz nach 8 Uhr auf den Osterfelder Kopf oder mit Übernachtung auf dem Kreuzeckhaus? Wir entscheiden uns für die zweite Option und ich buche Mehrbettzimmer auf dem Kreuzeckhaus:
Kreuzeckhaus 1.652 m, direkt neben der Kreuzeck Bergstation gelegen und daher sehr gut besucht
Dagi und Matthias kommen mit dem Zug aus München und wir holen sie am Bahnhof ab. An der Talstation Kreuzeck/Alpspitze steht ein großer, kostenpflichtiger Parkplatz (12 Euro für 2 Tage) zur Verfügung. Der Aufstieg zum Kreuzeckhaus ist im unteren Teil alles andere als schön, da er teilweise sehr steil an der Skipiste entlangführt. Zumal es an diesem Tag wieder einmal sehr heiß ist. Weiter oben wähle ich den Jägersteig, der von Hammersbach heraufführt und nicht die "normale" Variante über die Trögelhütte (keine Einkehrmöglichkeit). Es wird sich zeigen, dass die Variante über den Jägersteig auf jeden Fall die bessere Option ist!

blau: gewählte Aufstiegsroute, rot gepunktet: die Variante über die Trögelhütte
GPX Track Aufstieg Kreuzeckhaus
Am Kreuzeckhaus ist es noch sehr warm und wir suchen den Schatten für das ein oder andere, kühlende Getränk. Auch das Abendessen können wir bei den angenehmen Temperaturen noch im Freien einnehmen. Kurz vor Sonnenuntergang taucht die Sonne die Berge im Osten in ein schönes Licht:

roter Kreis: Meilerhütte, blauer Kreis: Königsschloss am Schachen, gelber Strich: Partenkirchener Dreitorspitze, grüner Strich: Leutascher Dreitorspitze

In dem Zweibettzimmer war es in der Nacht einfach zu warm und wir haben schlecht geschlafen. Vorteil: wir sind früh wach und können die Berge im frühen Morgenlicht genießen.

Die Zugspitze 2.962 m im Morgenlicht. Senkrecht unter dem Gipfel der Höllentalferner mit Blankeis
Eine Stunde später wird der Blick auf das heutige Ziel immer klarer: die Alpspitze 2.628 m:

im roten Kreis die Bergstation Osterfelder
Kurz nach 7 Uhr: es kann losgehen mit dem ca. 80-minütigen Aufstieg zur Bergstation Osterfelder:

Wir deponieren einen Teil der Ausrüstung an der Bergstation (Schlafsack, Waschutensilien, ...), um mit möglichst leichtem Rucksack den Klettersteig zu gehen. Nach ca. 15 Minuten Gehzeit zweigt der Weg zum Klettersteig ab. Ein paar Meter aufsteigen, dann heißt es Klettergurt anlegen, Helm auf, Klettersteigset einbinden und Klettersteighandschuhe anziehen. Vor dem Einstieg zum Klettersteig noch ein Gruppenbild:


Die ersten Klettermeter

Im Hintergrund Garmisch-Partenkirchen im Tal, dahinter das Estergebirge mit Wank

Blick auf Garmisch, blauer Kreis: Bergstation Osterfelder, roter Kreis: Kreuzeck, gelber Kreis: Wank, weißer Kreis: Hochalm

im Tal liegt Grainau


Alpspitze 2.628 m

Zugspitze mit Höllentalferner von der Alpspitze aus gesehen
Der Abstieg über den Ostgrat der Alpspitze darf nicht unterschätzt werden. Steiles Geröll wechselt sich immer wieder mit seilversicherten Passagen ab.
An der Bergstation Osterfelder angekommen haben wir Durst und Hunger. Frisch gestärkt nehmen wir die Seilbahn ins Tal (23 Euro pro Person). Dagi und Matthias lassen wir am Bahnhof in Garmisch raus und treten die Heimfahrt an.