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Rofan - 5 Gipfelklettersteig


Fünf Klettersteige auf fünf Gipfel an einem Tag. Ist das möglich? Ja, im Rofan gibt es diese Variante. Die Gipfel sind nicht sehr hoch und die Klettersteige teilweise recht kurz. Der große Vorteil bei dieser Klettersteigrunde: ein Abbruch ist nach jedem Gipfel möglich.

Wie schon häufig zieht es mich um den 10. Oktober zum Saisonabschluss in die Berge. Die meisten Hütten haben bereits geschlossen und in den vergangenen Jahren war ich daher gerne in den Allgäuer Alpen oder dem Tannheimer Tal unterwegs. Dort sind einige Hütten noch bis Mitte Oktober geöffnet. Dieses Jahr wollte ich aber Neuland erkunden und auf den Seiten des Deutschen Alpenvereins durchforste ich die Seite, welche Hütten noch geöffnet sind und die Wahl fällt auf das Rofangebirge. Schon ein paar Mal bin ich vom Norden kommend über den Aachenpass nach Österreich gefahren. Den Achensee - immerhin Tirols größter See - habe ich bisher nur aus den Augenwinkeln wahrgenommen und das Rofangebirge kenne ich nur aus dem morgentlichen Bergpanorama im Fernsehen (3Sat bzw. BR). Eine AV-Karte liegt mir vor und nach kurzer Recherche im Internet ist das Ziel schnell gefunden: Erfurter Hütte und 5 Gipfelklettersteig.

Natürlich verzichte ich auf die Seilbahn, die Massen an Touristen direkt zur Erfurter Hütte befördert. Ich wähle vom Parkplatz oberhalb der Bergbahn den längeren Weg über die Dalfazalm.


Dalfazalm

Auf dem Weg selbst ist es sehr ruhig, das ändert sich aber schlagartig auf der gut besuchten Alm, die von der Bergstation der Seilbahn über einen schönen Höhenweg gut erreichbar ist. Ich lasse mir eine heiße Suppe und ein Radler schmecken, bevor ich den vielen Menschen entfliehe und mich auf dem Weg zur Erfurter Hütte begebe. An einem Rastplatz mit mehreren Bänken genieße ich die Aussicht und die wärmende Oktobersonne. Das Leben kann es so schön sein ...

Gegen 15:30 Uhr erreiche ich die Erfurter Hütte. Ich habe nicht reserviert (ich bin alleine unterwegs und nicht am Wochenende) und erhalte ein wunderschönes Zweibettzimmer. Knapp 100 Personen können hier übernachten, aber an diesem Abend sind es nur gut zehn Übernachtungsgäste. Die warme Dusche (da scheiden sich die Geister! Muss da wirklich sein?) ist sehr angenehm und frisch kultiviert genieße ich den Spätnachmittag auf der gut besuchten Sonnenterrasse. Um 17 Uhr wird es schlagartig leer, da die letzte Seilbahn die ausharrenden Bergwanderer ins Tal befördert.


Erfurter Hütte

Der Abend verläuft bei einem guten Essen sehr ruhig und noch vor der offiziellen Hüttenruhe um 22 Uhr liege ich im Bett. Das frühe Aufstehen (vor 5 Uhr), die lange Fahrt (ca. 6 Stunden inkl. Pause) und der Aufstieg (800 Höhenmeter) machen müde und alleine im Zimmer verbringe ich eine sehr ruhige, angenehme Nacht. Um 6:30 Uhr klingelt endlich der Wecker, denn ich liege schon einige Zeit wach. Frühstück gibt es offiziell ab 7:15 Uhr, aber bereits kurz nach 7 Uhr ist das Büffet gerichtet. Immer mehr Hütten bieten das Frühstück in Büffetform an. Wurst, Käse, Marmelade, Brötchen, Brot, Müsli, frisches Obst sowie Kaffe und Tee bieten genug Alternativen für einen guten Start in den neuen Tag.


Erfurter Hütte (im roten Kreis), links davon die Bergstation der Seilbahn, im Tal der Achensee, im Hintergrund das Karwendelgebirge

Diese Jahreszeit hat so viele Vorteile: die Hütten sind selbst bei bestem Wetter nicht überfüllt (von Wochenenden abgesehen) und das Wetter ist häufig stabil, ohne jegliches Gewitterrisiko. Die Herbstsonne wärmt, aber der Aufstieg ist nicht so schweißtreibend. Bestens motiviert starte ich kurz nach dem Sonnenaufgang in Richtung Haidachstellwand:


Der Weg zur Haidachstellwand von der Erfurter Hütte aus gesehen (rot gepunktet bis zum grünen Sattel)

Der Wetterbericht ist grandios, allerdings bläst der Föhn auf den Gipfeln recht stark. Um 7:30 Uhr starte ich zu den fünf Gipfeln mit den fünf Klettersteigen, die man zu einer Rundtour (gegen den Uhrzeigersinn) herrlich kombinieren kann. Nachteil: die Klettersteige an der Haidachstellwand und dem Spieljoch begeht man im Abstieg. Da jeder der Klettersteige für sich begangen werden kann, ist ein Abbruch jederzeit möglich. Auf bergsteigen.com wird ein Topo zur Verfügung gestellt.

Auf dem grünen Sattel mit Blick in das Inntal lege ich die Klettersteigausrüstung an, da am Einstieg wenig Platz vorhanden ist. Über zwei leichtere B-Stellen erreiche ich nach 70 Minuten den Gipfel der Haidachstellwand.


Vom Gipfel der Haidachstellwand von links: Spieljoch, Hochiss, Seekarlspitze, Rosskopf, Rofanspitze

Vom Gipfelkreuz nach Norden absteigend erreiche ich einen Steinmann. Hier darf man sich nicht von dem Pfad bergab nach rechts irritieren lassen, da es sich hier um den Normalweg handelt. Ich folge den Trittspuren zum Ende des Grates. Hier startet der Klettersteig, der sogar mit einer sehr kurzen Seilbrücke glänzen kann. Wenige Minuten später erreiche ich den Krahnsattel auf 2002m.

Das nächste Ziel - der Rosskopf - ist bereits gut sichtbar und der Klettersteig C/D führt fast senkrecht und bestens gesichert durch die Wand.


links hinten der nächste Gipfel: Seekarlspitze

Nach dem Abstieg vom Rosskopf sind die ersten Seile in der steilen, hellen Wand der Seekarlspitze bereits sichtbar:



Vom Gipfel der Seekarlspitze sind die beiden vorherigen Gipfel gut zu sehen:


links der Rosskopf, rechts die Haidachstellwand

Über das Spieljoch führt ein eher einfacher Klettersteig. Lediglich im Abstieg ist eine kurze C-Stelle zu überwinden. Trotzdem macht das Klettersteigset bei den steilen Flanken Sinn. Nur noch ein kurzer Anstieg führt zum Einstieg des letzten Klettersteigs auf die Hochiss. Auch hier sind noch einmal zwei D-Stellen zu überwinden, aber bei diesen Wetterbedingungen und der hervorragenden Absicherung ist es ein Genuss die letzten Meter auf die Hochiss zu erklimmen. Mit 2.299 Metern ist die Hochiss der höchste der fünf Gipfel und lockt damit auch Klettersteiggeher bzw. Wanderer, deren Ziel nur die Hochiss darstellt.



Die Hochiss wartet mit einem beeindruckenden 360 Grad Bergpanorama auf.


links der Zahme Kaiser, in der Mitte der Wilde Kaiser mit Ellmauer Halt und Ackerlspitze, rechts der Watzmann

Gehzeiten

UhrzeitBeschreibungGehzeit
9. Oktober 2018
11:17Parkplatz oberhalb der Talstation in Maurach 
11:28Abzweigung Dalfazalm (Schild gibt 2,5 h an)0° 11'
12:08Alm0° 51'
12:48Dalfazalm 1.693m, weiter um 13:371° 31'
13:56Ruhebänke, weiter um 15:051° 50'
15:27Erfurter Hütte 1.834m2° 12'

UhrzeitBeschreibungGehzeit
10. Oktober 2018
7:33Erfurter Hütte 1.834m 
8:20grüne Scharte, Klettersteigset, weiter um 8:250° 47'
8:30Einstieg0° 52'
8:44Haidachstellwand 2.192m, weiter um 8:551° 06'
9:25Ausstieg Klettersteig1° 36'
9:28Krahnsattel 2.002m, weiter um 9:351° 39'
9:38Abzweigung1° 42'
9:42Abzweigung (ohne Schild)1° 46'
9:51zurück auf Normalweg1° 55'
9:55Einstieg1° 59'
10:27Gipfel Rosskopf 2.246m, weiter um 10:302° 31'
10:44Sattel2° 45'
11:02Gipfel Seekarlspitze 2.261m, weiter um 11:073° 03'
11:22Gipfel Spieljoch 2.236m, weiter um 11:303° 18'
11:48Scharte3° 36'
11:56Einstieg3° 44'
12:17Gipfel Hochiss 2.299m, weiter um 13:104° 05'
13:18Einstieg4° 13'
13:22Sattel4° 17'
13:37Sonnenbad bis 14:454° 32'
14:57Erfurter Hütte 1.834m4° 44'

UhrzeitBeschreibungGehzeit
11. Oktober 2018
7:45Erfurter Hütte 1.834m 
8:08Naturfreunde Haus0° 23'
9:34Parkplatz0° 49'