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El Chorro

Für eine Woche sind wir Ende September / Anfang Oktober 2018 zu fünft in El Chorro zum Sportklettern. Den Klettersteig in El Chorro wollen wir uns nicht entgehen lassen. Die Besonderheit in diesem Klettersteig ist eine ca. 35 Meter lange Seilbahn (Zip-Line), für die man eine eigene Seilrolle benötigt. Erst wenige Tage vor dem Abflug werden wir darauf aufmerksam. Nach einer kurzen Recherche bestellt jeder für sich eine Seilrolle, aber nur zwei kommen rechtzeitig an:


Seilrolle von Alpidex, ca. 35 Euro

Etwas außerhalb von El Chorro gibt es einen kleinen Kletterladen, der uns Seilrollen für je 60 Euro anbietet. Weitere 180 Euro für ein 35 Meter langes Vergnügen? Nein, danke. Wir entscheiden uns für eine Alternative: wir packen ein 5,5 mm Halbseil in den Rucksack. Dieses Halbseil befestigen wir am Klettergurt. Auf der anderen Seite der Seilbahn binden wir die Seilrolle an das Halbseil und ziehen die Seilrolle zurück zum Startpunkt.

Der Einstieg zum Klettersteig ist zwei Minuten vom Parkplatz entfernt. Vorausgesetzt man mutet sich und dem Fahrzeug den schlechten Weg mit teilweise tiefen Schlaglöchern zu.


rot gepunktet der "Fahr"-Weg zum Parkplatz, gelber Punkt: Einstieg, gelbes Oval: alternative Parkmöglichkeit
Quelle: Google Maps

Neben Klettergurt, Helm und Klettersteigset wird noch eine Bandschlinge mit Schraubkarabiner benötigt. Diese Bandschlinge befestigt man mit einem Ankerstich im Auge des Klettergurts, den Schraubkarabiner am besten mit Mastwurf. Abhängig von der Körpergröße empfiehlt sich eine Bandschlinge mit einer Länge von 60 oder 80 cm. Für die Seilbahn ist die Bandschlinge auf jeden Fall erforderlich. Sie sollte aber bei jedem Klettersteig dabei sein und kann zum Ausruhen vor oder in schweren Passage genutzt wird. Ich hänge diese Selbstsicherung ein, wenn ich mich zum Fotografieren aus der Wand lehne.

Ein Hinweisschild zum Klettersteig finden wir nicht. Laut Beschreibung müssen wir über den Eisenbahntunnel zum Felsen. Direkt am Parkplatz am rechten Ende des Tunnels befindet sich eine leere Halterung für ein Schild und eine Treppe. Hier muss es zum Einstieg gehen. Kaum befinden wir uns auf dem Eisenbahntunnel erkennen wir im Felsen die ersten Seilsicherungen.



Die Klettersteigausrüstung haben wir am Parkplatz angelegt und so starten wir in den mittelschweren, aber mit (zu) vielen im Felsen eingelassenen Eisenbügeln.


Blick zum Einstieg

Wir sind alleine im Klettersteig unterwegs und freuen uns über den Schatten, denn der Wetterbericht meldet über 30 Grad.



Das Highlight dieses Klettersteigs ist auf jeden Fall die Seilbahn. Wer sich das erste Mal einer Seilrolle unvertraut und ins Leere hineinschwebt, muss den inneren Schweinehund überwinden, um das kurze Abenteuer zu genießen. In ein zweites Seil hängt man zur Sicherung das Klettersteigset ein. Um nicht zu viel Reibung zu erzeugen, reicht es, den Karabiner eines Arms einzuhängen.

Die Überraschung am Start der Seilbahn: wir brauchen unser Halbseil nicht aus dem Rucksack zu holen. Eine dünne, aber reißfeste Nylonschnur steht zur Verfügung, die wir zum Zurückholen der Seilrolle nutzen können. Wir sind also nicht die ersten, die sich eine Seilrolle teilen.



Alle sind von dieser 35 Meter Seilbahn begeistert. Schade, dass uns nur noch zwei Seilbrücken erwarten.
rot gepunktet der Weg zum Parkplatz, gelber Punkt: Einstieg, gelbes Oval: alternative Parkmöglichkeit
Die erste Seilbrücke ist noch aufwändig gebaut: ein Sicherungsseil für das Klettersteigset über dem Kopf, links und rechts ein Seil als Geländer und das Seil, auf dem die luftige Schlucht gequert wird, ist in regelmäßigen Abständen mit den "Handläufen" verbunden.

 

Nach der ersten Seilbrücke geht es fast senkrecht empor, eine ideale Stelle für ein Foto:



Die zweite Seilbrücke ist eine sehr wackelige Angelegenheit. Auf einem nicht sehr straff gespannten Seil balanciert man dem festen Felsen auf der anderen Seite entgegen.



Es folgt ein Abstieg verbunden mit einem Gegenanstieg durch eine steile, durchgehend gesicherte Rinne. Noch eine kurze, gesicherte Abkletterstelle und wir stehen am Ausstieg des Klettersteigs. Über einen Pfad müssen wir noch das Felsmassiv umrunden, um zum Parkplatz zurückzukehren.

Für den Klettersteig sollte man inkl. Abstieg ca. 3 Stunden einplanen.