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Kletterkurs 1976

Im August 1976 war ich für zwei Wochen im Allgäu, um die Grundlagen des Kletterns zu erlernen. Eine Woche auf der Kemptner Hütte und eine Woche auf der Herrmann-von-Barth Hütte. Seilknoten, Hakenschlagen, Abseilen, Prusiken, Selbstsicherung, Stand und was sonst noch zum Klettern benötigt wird.

Sonntag, 22.8.1976

Treffpunkt 12:00 Uhr Bahnhofsgaststätte Oberstdorf. Mit VW-Bus fahren wir über Spielmannsau zur Materialseilbahn. Nach 1 3/4 Stunden Gehzeit erreichen wir um 14:30 Uhr die Kemptner Hütte. Nach der Einteilung im Zimmer und Verteilung der Ausrüstung essen wir um 18:00 Uhr zu Abend. Kurz vor Sonnenuntergang machen wir (Ralf) uns auf, um die untergehende Sonne zu fotografieren. Nach einer Skatrunde gehen wir in den Murmelbau und nach einer kleinen Auseinandersetzung über die Öffnung des Fensters kommen wir endlich zum Schlafen.

Montag, 23.8.1976

Nach dem Frühstück um 8:00 Uhr steigen wir um 9:00 Uhr in einer Stunde auf den Muttlerkopf (2.366m). Um 10:45 Uhr beginnen wir den Abstieg und in 40 min erreichen wir wieder die Hütte. Am Nachmittag erster theoretischer Unterricht und Knüpfen von Seilknoten.

Mittwoch, 25.8.1976

Kurz nach 9:00 Uhr brechen wir auf, um die Mädelegabel (2.645m) zu besteigen. Nach einer kurzen Kletterei erreichen wir um 11:00 Uhr den Gipfel. Eineinhalb Stunden später brechen wir wieder auf. Am Einstieg angekommen beginnen wir mit Sturzübungen im Schneefeld. Während dem Abstieg auf dem Heilbronner Weg steigen wir im Nebel ab. Wolfgangs Versuch uns zum Baden zu überreden fällt flach, denn ein Gletschersee ist uns zu kalt.

Freitag, 27.8.1976

Kurz nach 9:00 Uhr brechen wir zum Großen Krottenkopf-Nordgrat auf, schlechtes Wetter. Um 10:30 Uhr erreichen wir die Herrmannskarscharte. Obwohl die anschließende Kletterei (III) mit einer Stunde angegeben ist brauchen wir 5 Stunden im dichten Nebel. Nach einem 20 minutigen Aufenthalt steigen wir kurz nach 16:00 Uhr ab und sind um 17:30 Uhr wieder an der Kemptner Hütte

Sonntag, 29.8.1976

Kurz vor 10:00 Uhr starten wir mit 20kg Gepäck auf dem Rücken zur Barthhütte. Um 11:40 Uhr erreichen wir den Herrmannskarsee. Vier besonders Mutige stürzen sich in den eiskalten See - wenn auch nur für einen kurzen Moment. Nach dem Mittagessen gehen wir kurz vor 13:00 Uhr weiter. Schon um 14:00 Uhr erreichen wir die gemütliche Barth-Hütte.

Dienstag, 31.8.1976

Um 8:30 Uhr steigen wir innerhalb einer halben Stunde auf die Scharte. Nachdem ich eine 3/4 Stunde am Einstieg warten musste, klettern wir dann 2 Seillängen im III. Schwierigkeitsgrad die Südostkante entlang und steigen dann auf den Gipfel (10:40 Uhr). Dort erwartet uns leichter Schneefall. Unser Bergführer Wolfgang gibt mit einem Rohr, das als Blasinstrument missbraucht wird, das Signal zum Essen Kochen. Die Wirtin der Hütte antwortet prompt mit einem Jodler.

Donnerstag, 2.9.1976

Nachdem die Wolkendecke nach dem Mittagessen etwas aufgebrochen ist, entschließen wir uns (nach Auslosung) noch eine Tour zu machen. Wolfgang, Blandine, Frank und ich rennen auf die Ostseite der Wolfebenerspitze. Schon um 15:00 Uhr, nach einer halben Stunde Marsch, stehen wir am Einstieg. Mit 9 Seillängen arbeiten wir uns die „weiße Schicht“ empor und erreichen um 18:30 Uhr die Scharte. Schnell eilen wir zur Hütte, um nicht von der Nacht überrascht zu werden. Die schönste Tour während des Kletterkurses. Am nächsten Tag liegen morgens 10 cm Schnee.


 
Uli am Treffpunkt Bahnhof in Oberstdorf, rechts die Kemptner Hütte


Erste Wanderung. Im Hintergrund rechts die Trettachspitze, links davon die Mädelegabel


Anseilknoten üben


Aufstieg zur Mädelegabel


Unser Übungsfelsen


Uli beim Abseilen im Dülfersitz (zusätzlich vom Bergführer gesichert)




Kommunikation ohne Handy. Der Bergführer bläst auf einem Plastikrohr. Die Hüttenwirtin antwortet mit einem Jodler - das vereinbarte Zeichen für: wir kommen bald zum Essen!